Eine Einführung in die beliebtesten Kartenspiele der Österreicher

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Österreich ist ein Land der Kartenspieler. Dies liegt auch an der einzigartigen Wirtshaus-Kultur hierzulande, denn bei einem Gläschen Wein oder einem Glas Bier in geselliger Runde lässt es sich besonders gut schnapsen oder tarockieren.
In dieser kleinen Einführung sollen einige der beliebtesten Kartenspiele des Landes kurz vorgestellt werden. Zu jedem Spiel gibt es auch einen weiterführenden Link, sodass Sie bei Interesse tiefer in die Materie eintauchen können. Wir wünschen viel Spaß – und viel Glück!

Die Geschichte der Spielkarten

Schon seit Jahrhunderten sind Kartenspiele ein bedeutender Bestandteil der Freizeitgestaltung der unterschiedlichsten Kulturen und Gesellschaftsschichten. Auch in Zeiten der Digitalisierung haben die Spiele mit bunten Karten nichts von ihrem Reiz verloren. Fast alle gängigen Kartenspiele kann man heutzutage ganz bequem auf dem Handy oder Computer zocken.

Die ersten Spielkarten entstanden vermutlich im 12. Jahrhundert in Ostasien. Ausgehend von China fanden sie Ihren Weg nach Indien, Persien und in den arabischen Raum, ehe sie im 14. Jahrhundert in Europa ankamen. Auf ihrem Weg durch die verschiedenen Länder und Kulturen wurden die Regeln und Begriffe jeweils angepasst, wodurch es zu einer Vielzahl an Kartenspielen und Varianten mit regionalen Vorlieben und Unterschieden kam.

Übrigens: Vor der Verbreitung des Buchdrucks war der Kartenmaler sogar ein eigener Beruf. In Wien wurde um 1800 mit der Spielkartenproduktion begonnen. Vor allem der noch immer erfolgreiche Spielehersteller Piatnik erlangte mit seinen Kartendecks internationale Bekanntheit.

Poker

Poker stammt aus den USA und gilt als populärstes Kartenspiel auf der ganzen Welt. Mit dem Kinostart des James-Bond-Films „Casino Royale“ im Winter 2006 setzte ein regelrechter Poker-Boom ein, der bis heute anhält. Dies geht sogar so weit, dass professionelle Poker-Meisterschaften im Fernsehen ausgestrahlt werden.

Besonders populär ist die Variante Texas Hold’em, die besonders rasch zu erlernen, aber nur schwer zu meistern ist. Weitere Abwandlungen sind Omaha Poker, Stud Poker, Draw Poker, Open Face Poker, H.O.R.S.E. Poker und Razz Poker. Fast immer wird hierbei um Geld gespielt, im wahren Leben ebenso wie im digitalen Pokerspiel.

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Schnapsen

Hände mit SchnapskartenDas Spiel um Stich, Trumpf und Bummerl ist ein echtes österreichisches Original. Zwar basiert Schnapsen auf dem Spiel Sechsundsechzig, das vermutlich im 17. Jahrhundert in Deutschland eingeführt wurde, doch nirgends ist es so beliebt wie in Österreich und Ungarn.

Schnapsen kann zu zweit, zu dritt oder zu viert gespielt werden. In der hierzulande als Bauernschnapsen beliebten Vier-Spieler-Variante bilden jeweils zwei Personen ein Team.

Gespielt wird mit einem Deck aus zwanzig Karten, wobei beim Austeilen zu Beginn eine Trumpf-Farbe bestimmt wird. Dieses sogenannte Atout steht in der jeweiligen Runde über allen anderen Farben. Mithilfe von Stichen und Ansagen werden Punkte gesammelt. Der Verlierer jeder Runde erhält ein, manchmal auch zwei Bummerln.

Ähnlich wie im Pokerbereich gab es auch beim Schnapsen in den letzten Jahren einen großen Online-Boom. Die Handy- und Tablet-App Schnopsn Online wurde allein in Österreich inzwischen mehr als eine Million Mal heruntergeladen.

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 Jolly

Jolly, auch bekannt als Rummy, ist ein Spiel für zwei bis sechs Personen. In den USA und Großbritannien ist vor allem die als Gin Rummy bekannte Variante für zwei Personen verbreitet.
Bei Jolly geht es darum, das Blatt zu sogenannten Figuren zu ordnen und auszulegen. Wer als erster all seine Karten auslegen kann, gewinnt das Spiel.
Insgesamt kommen zwei Kartenpakete zu je 52 Karten sowie sechs Jollys (Joker-Karten) zum Einsatz. Bevor es losgeht, wird die maximale Punktezahl bestimmt. Sie kann zwischen 100 und 500 Punkten liegen.

Die gängigen Jolly-Regeln:

www.kostenlose-kartenspiele.de/jolly-spielregeln

Skat

Skat ist ein ursprünglich aus Deutschland stammendes Spiel für drei Personen. Es wird mit insgesamt 32 Karten gespielt. Jeder Mitspieler bekommt zu Beginn zehn Karten, die zwei übrigen bleiben verdeckt. Es handelt sich hierbei um die namensgebenden Skat-Karten.
Beim Skat muss sich ein Spieler als sogenannter Alleinspieler gegen beide Gegner behaupten. Allerdings darf sich die Gegenpartei nicht vorab beraten. Ein Spiel besteht aus zwei Phasen, dem Reizen und dem eigentlichen Spiel.
Beim Reizen gewinnt derjenige, der den höchsten Spielwert ansagt und damit die Art des Spiels bestimmt. Er übernimmt die Rolle des Alleinspielers. Im anschließenden Spiel wird versucht, durch Stiche Punkte zu erzielen. Ähnlich wie beim Schnapsen kommt es dabei nicht nur auf reines Spielglück, sondern auch auf die richtige Taktik an. Nur wer hoch konzentriert bei der Sache ist, hat eine Chance auf den Sieg.

Skat als UNESCO-Kulturerbe:
www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/skat-spielen

Tarock

Bereits auf den ersten Blick wird klar: Tarock unterscheidet sich deutlich von allen anderen Kartenspielen. Zusätzlich zu den vier typischen Farben Karo, Pik, Treff und Herz gibt es hier nämlich noch eine fünfte Farbe namens Tarock. Man erkennt sie an den römischen Ziffern. Einzige Ausnahme ist der Sküs, die höchste Karte im Spiel. Sie verfügt über keine römisch Kennzeichnung. Diese Tarock-Karten gelten als ständige Trümpfe.
Es gibt beim Tarock unterschiedliche Spielarten, die nach dem sogenannten „Rufen“ unterschieden werden. Durch dieses Rufen werden auch die jeweiligen Partner im Spiel bestimmt. In Österreich sind sowohl das Königrufen als auch das Zwanzigerrufen und das Neunzehnerrufen verbreitet. Das Spiel für zwei Personen wird als Strohmandeln bezeichnet.

Unterschiede und historische Entwicklung der einzelnen Tarock-Varianten:
www.piatnik.com/magazin/die-abwechslungsreichen-spielvarianten-des-tarock

Canasta

Canasta wird zumeist von vier Personen in je zwei Teams gespielt, es gibt allerdings auch Varianten für drei, fünf und sechs Spieler. Wie beim Jolly kommen auch beim Canasta zwei Kartenblätter mit je 52 Karten zum Einsatz. Hinzu kommen noch vier Joker-Karten.

Die Regeln selbst sind recht einfach gehalten. Es geht darum, jeweils sieben Karten der gleichen Art zu sammeln und damit ein Canasta zu erzielen. Also sieben Damen, sieben Buben, sieben Achter usw. Ausgenommen sind jedoch die Dreier-Karten, die jeweils gesondert zu betrachten sind.

Für unterschiedliche Karten bekommt man auch unterschiedlich viele Punkte. Für Vierer, Fünfer, Sechser, Siebener und schwarze Dreier werden 5 Punkte verbucht, Achter, Neuner, Zehner, Buben, Damen und Könige sind 10 Punkte wert. Asse und Zweiter sind 20 Punkte wert, ein Joker 50. Für rote Dreier werden sogar satte 100 Punkte fällig. Ansagen werden ebenfalls mit Punkten belohnt. Wer zuerst 5.000 Punkte oder mehr gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Canasta online spielen, mit eigener Canasta-Schule und Regelkunde:
www.canasta-palast.de